Fakten

Fußballfans aus der ganzen Welt fiebern seit der Bekanntgabe im Mai 2004 der 19. Fußball-Weltmeisterschaft entgegen: am 11. Juni beginnt mit dem Eröffnungsspiel des Gastgeberlandes Südafrika gegen Mexiko ein ganzer Monat voller Fußballfieber.

Aufgrund des Rotationsprinzips der FIFA wurden für die Austragung der diesjährigen Weltmeisterschaft nur Bewerbungen afrikanischer Länder zugelassen. Mit 14 zu 10 Stimmen fiel die Wahl auf Südafrika, die Mitbewerber Marokko, Ägypten sowie Libyen und Tunesien wurden abgelehnt.

Die Austragungsorte erstrecken sich landesweit: das größte Stadion wird das FNB-Stadion in der Metropole Johannesburg mit dem Beinamen „Soccer-City-Stadion“ sein, in dem nach der Rundum-Modernisierung knapp 95.000 begeisterte Fans ihre Mannschaften im Eröffnungsspiel und im Finale anfeuern werden. Die beiden Halbfinalspiele werden in Kapstadt und Durban ausgetragen, das Spiel um den Drittplatzierten wird in Port Elizabeth stattfinden. Fünf weitere Städte sind ebenfalls Austragungsorte der WM: in Rustenburg, Bloemfontain und der Hauptstadt Pretoria finden je sechs Spiele statt. In Polokwane und Nelspruit werden vier Vorrundenpartien ausgetragen.

Die Auslosung für die Qualifikationsphase wurde bereits am 25. November 2007 vorgenommen. Der dreimalige Weltmeister Deutschland konnte sich als einer von 32 Teilnehmern qualifizieren. Neben dem Gastgeberland Südafrika sind mit Algerien, der Elfenbeinküste, Kamerun und Ghana insgesamt sechs afrikanische Nationen vertreten; die UEFA schickt 13 Länder ins Rennen, darunter der Sieger der WM 2006, Italien.

Sie alle verbindet die Hoffnung auf den goldenen FIFA WM-Pokal: seit 1974 kämpfen die teilnehmenden Mannschaften um die 5 Kilo schwere und 37 cm große Goldstatue, die eine Weltkugel in den Händen zweier Fußballer darstellt.

Tickets für die begehrten Turniere zu erwerben, ist jedoch ein teures Vergnügen: die Preisspanne reicht von 20 US Dollar in der Kategorie 4 in der Gruppenspielphase bis hin zu 900 US Dollar für eine Karte des Finales in Platzkategorie 1.

Um bei diesen Preisen den Einwohnern das realistische Vergnügen auf ein Livespiel ihrer „Bafana Bafana“ im eigenen Land zu ermöglichen, wurden nicht nur die rund 480.000 Eintrittskarten aller Spiele der Kategorie 4 den Südafrikanern vorbehalten, es wurde auch erstmals ein Kartenfonds eingerichtet, durch den 120.000 Freikarten derselben Kategorie an die Einwohner des Gastgeberlandes verschenkt werden, für die das Erlebnis eines Livespiels sonst unerschwinglich wäre.

Insgesamt stehen 3 Millionen Tickets zur Verfügung. Davon gehen neben den genannten 480.000 Karten weitere 1,5 Millionen an Fußballfans im Rest der Welt. Die restliche Million werden unter Mitgliedern der FIFA, Spielern und Sponsoren. Die erste von insgesamt fünf Verkaufsphasen begann am 20. Februar 2009 – der Ticketverkauf fing zunächst schleppend an.

Nicht nur für die Fans, auch für das Gastgeberland ist die Austragung der Weltmeisterschaft ein teures Vergnügen: laut den Bewerbungsunterlagen beträgt die Gesamtsumme der Investitionen rund 825 Millionen US Dollar. Die Hälfte, so das Organisationskomitee, wird über Kartenverkäufe eingenommen.

Um die Fans angemessen im Land willkommen heißen zu können und dem Fluggastaufkommen gerecht zu werden, stand Südafrika vor gewaltigen Problemen: die internationalen Flughäfen Johannesburg und Kapstadt mussten ausgebaut und modernisiert werden, in Durban entstand ein komplett neuer Flughafen. Auch die Zugstrecken mussten erst ausgebaut werden, eine neue Bahnlinie zwischen Johannesburg und Pretoria wurde gebaut. Das Straßennetz war bereits in gutem Zustand. Laut FIFA sind Telekommunikation, Transportsysteme, Gastgewerbe und medizinische Versorgung auf hohem Niveau und bereit für den Fanansturm. Selbst in der hohen Kriminalitätsrate sieht der Weltfußballverband keine Gefahr für die Sicherheit von Spielern und Fans. Dass es außerdem zu Vertreibungen aus Armensiedlungen gekommen ist, um ein positiveres Image Südafrikas zu vermitteln, wirft unbestreitbar ein schlechtes Licht auf die Veranstalter der WM.

Die Hoffnung, dass Südafrika seine Chancen auch nach der Weltmeisterschaft nutzen kann, sind da. Dass die WM in Südafrika ein weltweites Spektakel wird, steht außer Frage.