Historie
Die Geschichte des Fußballs ist eine Geschichte voller Jubel, Tränen und Euphorie. Schon seit genau 80 Jahren fasziniert die Fußball Weltmeisterschaft (Offiziell: “FIFA World Cup”), die Massen rund um den Globus und dabei fing alles mit einem Land an, dass viele heute gar nicht mehr in Erinnerung haben…
Bevor es überhaupt zur Weltmeisterschaft kam, wurde Fußball nur auf anderen sportlichen Veranstaltungen praktiziert. Die Olympiade 1928 kann deshalb heutzutage als Generalprobe für die erste Fußballweltmeisterschaft 2 Jahre später angesehen werden. Erstmals wurden südamerikanische Mannschaften eingeladen, die das Publikum mit ihrem Ballgefühl ins Staunen versetzten. Das Fußballfieber brach aus und für die FIFA lag es klar auf der Hand, dass dieser faszinierenden Sportart ein eigenes Turnier gewidmet werden muss. Als erster Gastgeber wurde der Gewinner des olympischen Turniers auserwählt: Uruguay.
Allerdings war das Teilnehmerfeld damals im Vergleich zur heutigen Zeit noch sehr klein. Den Großteil machten Südamerikanische Mannschaften aus, wie zum Beispiel Argentinien, Brasilien, Chile oder die Gastgeber Uruguay. Aus Europa kamen nur die Nationalmannschaften aus Belgien, Frankreich und Rumänien zu Besuch und natürlich waren auch die Vereinigten Staaten schon von Anfang an dabei.
Die Finalteilnehmer waren komischerweise dieselben wie auch während der Olympia und auch dieses Mal ging in dem Duell “Uruguay – Argentinien” die Heimmannschaft Uruguay mit einem 4:2 als Sieger vom Feld.
Aufgrund des Erfolges wurde das Turnier nun im 4-Jahresrhythmus fortgesetzt. 1934 war dann auch das nationalsozialistische Deutschland dabei, als in Italien die Bälle über den Rasen getreten wurden. Jedoch wurde diese WM von den Bestechungsskandalen überschattet und der italienische Diktator Mussolini nutze das Turnier als Propaganda für den Faschismus. Die etwas “eigenwilligen” Schiedsrichterleistungen, zeigten sich zum Beispiel im Finale, als die Italiener trotz überharten Einsteigens keine Karten bekamen. So konnte sich Italien dann auch in der Nachspielzeit mit 2:1 gegen die Tschechoslowakei durchsetzen und gewann das Turnier. Deutschland setzte sich im Spiel um Platz 3 gegen Österreich durch. Eine Kuriosität war dabei die Trikot-Wahl. Da beide Mannschaften in Schwarz und Weiß spielten, konnte man dem Treiben nur schwer folgen. Nach dem 1:0 war es dem Schiri zu viel und er loste aus, wer das Trikot wechseln musste. Österreich verlor sowohl das Los als auch das Spiel und Deutschland wurde unerwartet Dritter.
Dabei flog Deutschland 4 Jahre später gegen die Schweiz im Achtelfinale raus. Italien konnte sich in Frankreich, im Finale, gegen Ungarn mit einem 4:2 Erfolg durchsetzen und schaffte es im Gegensatz zu Deutschland seinen Titel zu verteidigen. Aufgrund des zweiten Weltkriegs fand die nächste WM erst im Jahre 1950 statt. Der Gastgeber und haushohe Favorit war Brasilien, jedoch war der Sieger im Finale wieder ein alter Bekannter. Uruguay setzte sich noch nach anfänglichem Rückstand mit 2:1 durch. Das zwischenzeitliche 1:1 löste einen Schock unter den Zuschauern aus und der Torhüter Barbosa mutierte zur tragischen Figur, als er beim 2:1 unglücklich aussah. Auch heute wird ihm noch verboten das Training der brasilianischen Nationalmannschaft zu besuchen, da er Unglück bringen könnte.
Deutschland wurde zwar erst später wieder in die FIFA aufgenommen, dafür gelang ihm aber 1954 ein Paukenschlag, in dem es in der Schweiz den Titel holte. Deutschland galt als krasser Außenseiter gegen die Ungarn, die schon seit 34 Spielen nicht mehr verloren haben. Aber nach einem 0:2 Rückstand erkämpfte sich die Nationalmannschaft mit einem 3:2 den Sieg.
Die nächsten beiden Turniere konnte Brasilien zum ersten Mal für sich entscheiden. 1958 gelang ihnen das gegen die Gastgeber aus Schweden mithilfe eines Doppelpacks von Pelé im Finale. Deutschland musste sich damals im Spiel um Platz 3 mit 6:3 zu den Franzosen geschlagen geben. 4 Jahre später erreichte die Seleção den Titel auch ohne Pelé, der während des Finales verletzungsbedingt fehlte. Deutschland verabschiedete sich im Viertelfinale bereits gegen Jugoslawien mit 0:1. Dem hässlichen Mauerfußball war einfach nichts entgegen zu setzen.
1966 ging der Titel erstmals an das Mutterland des Fußballs. England setzte sich im Finale mit 4:2 nach Verlängerung gegen Deutschland durch. Hier fiel in der 98. Minute auch das legendäre “Wembley Tor”, als der Ball von der Unterkante der Latte auf die Torlinie und anschließend wieder heraus knallt. Der Schiedsrichter entschied auf Tor und sorgte somit für den Sargnagel für Deutschlands Titelträume.
Diese sollten sich 8 Jahre später erfüllen. In Deutschland bekam man als Finalgegner Holland zugelost. Das Spiel war zu großen Teilen von Kampf geprägt, doch noch in der regulären Spielzeiten schafften es Beckenbauer, Hoeneß und co. den Oranjes Einhalt zu gebieten. Der Bomber der Nation besiegelte mit dem 2:1 den zweiten deutschen Titel.
Die Jahre darauf errangen Argentinien (ebenfalls im eigenen Land), Italien (mit 3:1 gegen Deutschland…) und nochmal Argentinien (dieses mal in Mexiko und leider auch gegen Deutschland) die begehrte Trophäe, ehe 1990 wieder Deutschland ran durfte. Der dritte Streich gelang den Deutschen gegen Argentinien. Der entscheidende Torschütze war Brehme, welcher einen Elfmeter in der 84. Minute sicher versenkte. Der damalige Trainer Beckenbauer erreichte seinen zweiten Titel und bekam somit auch seinen Spitznamen “Kaiser Franz”.
4 Jahre darauf sahen Fans in den U.S.A wohl das langweiligste Endspiel aller Zeiten. Bis zum Elfmeterschießen stand es 0:0. Brasilien erwies sich als sicherere Mannschaft und gewann den Pokal gegen Italien. Deutschland musste sich im Viertelfinale den Bulgaren geschlagen geben.
Die Franzosen errangen ihren ersten Titel erst kurz vor der Jahrtausendwende im eigenen Land. Schlüsselspieler war der auch heute noch bekannte Zidane, der im Finale gleich doppelt einnetzte und somit Brasilien in seine Schranken verwies. Deutschland musste sich abermals im Viertelfinale gegen die Kroaten geschlagen geben.
Dafür gelang ihnen in Südkorea und Japan der Finaleinzug, den sie zu großen Teilen dem überragenden Torhüter Oliver Kahn zu verdanken haben. Tragischer weise sorgten sein Aussetzer und der von Dietmar Hamann im Finale für eine 0:2 Niederlage gegen die Brasilianer.
Zum Titel sollte es auch während der WM im eigenen Lande nicht reichen, Deutschland spielte zwar schönen Angriffsfußball musste sich aber in den letzten Minuten der Nachspielzeit gegen Italien 0:2 geschlagen geben. Dafür errang man Platz 3 gegen Portugal und löste eine Masseneuphorie in Deutschland aus, die uns allen noch gut im Gedächtnis sein sollte. Man kann schon jetzt davon ausgehen, dass auch dieses Jahr wieder viele Fahnen von den Fenstern baumeln werden.













